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Männliche Männer

16. September 2009

Chuck Lorre hat ein Händchen dafür, eigentlich nicht kompatible Pärchen in einer gelungenen Sitcom aufeinander treffen zu lassen. Das hat schon bei „Dharma und Greg“ mit einer Hippie-New-Age-Tante und einem Anwalt geklappt. Noch besser funktioniert das aber bei „Two and a Half Men“.

Der Jingle-Schreiber Charlie (Charlie Sheen) ist ein Macho der besten Sorte: reich, eingebildet und ohne ein Gewissen. Er hat Affären mit den schönsten Frauen, trinkt wie ein Loch, zockt und wettet und hat sich um nicht viel zu kümmern. Das ändert sich aber, als sein Bruder Alan (Jon Cryer – „Fischauge“ aus „Hot Shots“) zu ihm zieht. Alan ist das genaue Gegenteil von Charlie: ein richtiger Loser im Vergleich zu seinem Bruder. Der frisch Geschiedene quält sich nur so mit seinem Leben herum, hat kein Erfolg bei Frauen und ist ein richtiger Spießer. An den Wochenenden kommt zu diesen „Two Men“ dann auch noch der halbe Mann: Jake, Alans Sohn: ein kleiner moppeliger Junge mit großem Appetit.

Die ganze Serie wird zusätzlich durch die nervende Mutter der Brüder, die Ex-Frauen von Alan, die Haushälterin sowie Charlies persönliche Stalkerin gewürzt. Vor allem in Form der Affären (aber nicht nur) gibt es dann auch noch zahlreiche Gastauftritte.

„Two and a Half Men“ ist Sitcom wie sie sein sollte: zum Abschalten und Ablachen. Das Gute daran ist, dass im Gegensatz zu manch anderen Serien keine großartig übergeordnete Handlung verfolgt wird, d.h., man muss nicht jede Folge gesehen haben, sondern kann einfach mal zwischendurch einschalten. Es ist trotzdem mehr als nur besch… eiden, dass ProSieben die neue fünfte Staffel irgendwo in der Mitte beginnt anstatt bei der ersten Folge zu beginnen (das sorgt gerade in der „zweiten“ Folge für etwas Verwirrung).

Mit „Two and a Half Men“ führt uns Chuck Lorre eigentlich zwei männliche Extreme vor, die witziger und vor allem ehrlicher nicht sein könnten. Ich will nicht sagen, dass alle Männer so ticken wie einer der Brüder, aber ich denke, wenn man ehrlich ist – vielleicht doch. Wer das nicht wahrhaben will, für den gibt es da immer noch Jake, der sicherlich irgendwann eine Mischung aus Charlie und Alan wird.

„Two and a Half Men“ war zwischen 2005 und 2008 die Sitcom mit den höchsten Einschaltquoten und hat Charlie Sheen den Status „bestbezahlter Schauspieler im Fernsehen“ eingebracht: für eine 20-minütige Folge erhält der gute Mann allein 825.000 $ Gage. Aber wenn eine Serie so gut läuft, scheint das amerikanischen Produzenten wohl eine Menge wert zu sein. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange die „Zweieinhalb Männer“ noch lustig bleiben. Noch funktioniert die Mischung aus Macho, Loser und Kind, aber irgendwann ist sicherlich auch das Thema ausgelutscht und langweilig. Daher kann man nur hoffen, dass „Two and a Half Men“ nicht in die „Friends“-Falle fällt und sich ewig in die Länge zieht.

Seit gestern läuft auf ProSieben nun also die fünfte Staffel, die ersten vier Staffeln gibt’s auf DVD oder ab 16:00 Uhr auf kabeleins. Wer sich selbst mal davon überzeugen will, wie gut (oder schlecht) „Two and a Half Men“ ist, sollte mal reinschauen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (einfach nur brüllend komisch – man muss abwarten, ob sich das hält)

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