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Ein Mann und sein Elefant

13. September 2009

Wie findet man seinen gestohlenen Elefanten und das dazugehörige Elefantenbaby wieder? Zuallererst könnte man einfach nachfragen – immerhin passt so ein Elefant nicht in einen kleinen Koffer. Dann könnte man auch einfach den schreienden Menschenmengen hinterher eilen, die vor dem großen Elefanten Reißaus nehmen. Aber wenn das alles nichts bringt???

Dann genügt ein Zeichen, ein kleines Foto mit einer Adresse und wir beschwören die Rache des Elefantenkriegers herauf. Und genauso läuft „Revenge of the Warrior“ mit dem Bruce Lee der Neuzeit, dem Thailänder Tony Jaa ab.

Jaa spielt den Abkömmling einer langen Kriegertradition, die mit Kriegselefanten in die Schlachten gezogen sind. Zusammen mit seinem Vater hütet Kham (Jaa) einen solchen Elefanten namens Por Yai und das Elefantenbaby Korn. Khams Vater entscheidet sich dafür, Por Yai in einer königlichen Prüfung für Elefanten testen zu lassen – alles läuft gut, bis der Elefant für gut befunden und sofort entführt wird. Khams Vater wird niedergeschossen und die Rache des Elefantenkriegers hat noch einen Grund mehr, wütend auf die Kriminellen loszugehen. Die Spur führt Kham schließlich nach Australien, und hier in der schönen Stadt Sydney zeigt er, was er drauf hat.

„Revenge of the Warrior“ ist genauestens auf Tony Jaa und seine Fähigkeiten zugeschnitten. Um mehr geht es auch nicht. Nach einer kurzen Einführung – hier Elefant, hier Mensch, beide haben sich lieb, Elefant wird entführt – fliegen durch gekonnte Tritte Jaas die ersten Körper durch die Luft und Glasscheiben. Eine besonders tiefgründige Story darf man also nicht erwarten. Mit Tony Jaas Kampfstil will man aber auch nicht mehr sehen.

Gekonnt werden hier Stunts und Fights miteinander vermischt – mal in Zeitlupe, mal rasend schnell. Es macht Spaß, Jaa dabei zuzusehen, wie er einen Gegner nach dem anderen fertig macht (manchmal tut aber schon das Hinsehen weh). Besonders beeindruckend ist eine Szene (nach etwa 50 Minuten): Kham kämpft in einem runden Treppenhaus gegen eine nicht enden wollende Masse an Gegner. Die Szene ist zirka fünf Minuten lang und komplett ungeschnitten. Die Kamera fliegt wie ein Geist hinter Kham her, überholt ihn manchmal, bleibt aber immer am Geschehen dran (da möchte ich nicht wissen, wie oft diese Szene geprobt und anschließend gedreht wurde). Außerdem noch erwähnenswert ist ein Kampf in einem brennenden Tempel gegen einen Capoeira-Kämpfer und Khams verzweifeltes Zusammenstoßen mit einer wilden Horde muskelbepackter Riesen.

„Revenge of the Warrior“ ist vorhersehbar und von der Geschichte, die er erzählt, wenig spannend. Die Kämpfe machen das aber mehr als nur wett. Wer also mal wieder handgefertigte Fights und Stunts sehen will, der ist hier genau richtig. Fans von Jackie Chan und Co. werden Komik etwas vermissen. (Jackie Chan selbst wird in diesem Film durch sein Stuntdouble vertreten und hat so einen gefakten Cameo-Auftritt, weil Tony Jaa ein großer Fan von Chan ist)

Wertung: 6 von 10 Punkten (coole Fights, schwache Story – trotzdem mehr als nur sehenswert für Liebhaber der Handkante und Co.)

6 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    13. September 2009 10:06

    Besser als den Elefantenkrieger fand ich ja Ong Bak. Der ist natürlich auch mit Tony Jaa und nach einem ähnlichen Gerüst gestrickt. Einem Dorf wird etwas geklaut. Murkel zieht los und verjackt die Bösen nach allen Regeln der Kunst. Muay-Tay ist einfach geil anzusehen vor der Kamera und herrlich knochenbrecherisch ^^

    Kann ich nur empfehlen wenn man Bock auf Kampfkunstfilme hat!

    • donpozuelo permalink*
      13. September 2009 10:48

      auf jeden fall – fans von kampfkunstfilmen werden an tony jaas filmen ihre freude haben. obwohl ich sagen muss, dass mir „ong bak“ (im vergleich zu revenge of the warrior“) weniger gefallen hat. interessanterweise sollte „revenge of the warrior“ als „ong bak 2“ bezeichnet werden. aber die fans beschwerden sich und so wurde der film umbenannt. mittlerweile, glaube ich, gibt es schon ein „ong bak 2“. müsste gerade frisch rausgekommen sein.

      • luzifel permalink
        13. September 2009 20:47

        Ong Bak 2 ist tatsächlich schon draußen. Aus Gründen die sich mir nicht erschließen spielt der Jahrhunderte vor dem ersten Teil und hat faktisch nichts damit zu tun, außer dem Hauptdarsteller. Der Film ist noch düsterer und von Verrat und Rache gekenneichnet und hat nebenbei kein befriedigendes Ende aber das ist ja ne subjektive Sache..

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