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Eine irische Geschichte

9. September 2009

Kabel Eins wirbt ja immer damit, dass sie die besten Filme aller Zeiten senden. Aber mittlerweile sollte man (also ich) ja wissen, dass vieles davon immer nur schöner Schein ist. Wahrscheinlich habe ich mich auch von der Tatsache hinreißen lassen, dass Harrison Ford und Brad Pitt mitspielen. Aber nicht einmal das konnte „Vertrauter Feind“ vor extremer Langeweile retten.

Es geht um einen gesuchten IRA-Terroristen (Brad Pitt), der sich unter falschem Namen im Haus des New Yorker Polizisten Tom (Harrison Ford) aufhält. Eigentlich nur in New York um für seine irischen Freunde Raketen zu kaufen, freundet sich Terrorist Frankie mehr und mehr mit dem Polizisten an. Umso schlimmer wird es, als sein amerikanischer Geschäftspartner, Frankie betrügen will. Nun ist nicht nur Frankie, sondern auch gleich Toms Familie in Gefahr und Tom erkennt zum ersten Mal, wen er da in seinem Haus hat.

Ich weiß nicht, ob es an Brad Pitts eher kläglicher Darstellung lag oder allgemein am Mangel von Tiefgang und Spannung, aber „Vertrauter Feind“ ist ein lahmer Film. Der scheinbar einzige Grund, warum Pitt für diesen Film gecastet wurde, war damit er seinen Dackelblick in die Kamera werfen kann, um so den Frauenanteil der Zuschauer extrem zu erhöhen. Mehr ist in diesem Film von Brad Pitt nicht zu erwarten.

Die erste Hälfte des Films dümpelt ein wenig im Genre Polizei-Film rum. Wir beobachten mehr Harrison Ford bei der Ausübung seiner Pflicht als Brad Pitts „terroristische“ Aktivitäten. Schade ist auch, dass der Film jegliche Tiefe bei den Figuren vermissen lässt. Um Pitts Terroristen zu erklären, sehen wir in den ersten 5 Minuten des Films, wie der kleine Frankie mit ansehen muss, wie sein eigener Vater ermordet wird. Auch Harrison Fords Rolle wird nur durch ein paar Nebensätze etwas genauer bezeichnet. Selbst etwaige Nebenfiguren tauchen nur dann auf, wenn es halbwegs Sinn macht und verschwinden dann schnell wieder im Hintergrund.

Eigentlich ist es schade, aber der Film ist einfach nur oberflächlich: Hauptsache, man verwendet noch einen etwas irisch klingenden Soundtrack und schon ist der IRA-Thriller fertig. Eher nicht…

Die ganze Zeit über habe ich nur gedacht, wie traurig der Film doch für Harrison Ford ist, der doch eigentlich das Glücksschwein Hollywoods ist: nicht nur ist er der „STAR WARS“-Held schlechthin gewesen, nein, er durfte auch noch „Indiana Jones“ und Deckard, der „Blade Runner“ sein. Drei unvergessliche Figuren, die den Mann wohl für immer unsterblich machen. „Vertrauter Feind“ ist dabei aber eher eine zu vernachlässigende Rolle.

Dass vor allem „Indiana Jones“ ein erneutes Revival erleben soll, steht wohl schon fest. Immerhin erwies sich Teil 4 ja als so ein großer Erfolg (ich konnte an dem Film rein gar nichts finden). Gerüchten im Netz zufolge sollte „Indy 5“ die Verhältnisse aus „Indy 4“ drehen (was ja schon in der allerletzten Szene deutlich wird, als Shia LaBeouf versucht – Frevel – den Indy-Hut aufzusetzen): In Teil 5 soll nun Harrison Ford eine ähnliche Rolle zukommen wie damals Sean Connery in „Der Letzte Kreuzzug“. Was soviel heißen könnte, dass der gute Shia der neue „Indy“ werden soll. Aber wie gesagt, dass sind alles Gerüchte – hoffen wir nur, dass sie nicht wahr werden.

Wertung: 3 von 10 Punkten (oberflächlicher, vorhersehbarer Thriller in Top-Besetzung ohne Herausforderung)

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