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Der General, der Sklave und die Prinzessin

8. September 2009

Mein Problem mit den Übersetzungen asiatischer Titel ins Deutsche führt bei mir immer zu erheblicher Verwirrung während des Schauens: So auch bei „Musa – Der Krieger“, wo ich die ganze Zeit auf jemanden namens Musa warte, nur um mitzubekommen, dass es hier niemanden namens Musa gibt und „Musa – Der Krieger“ nur eine Übersetzung des Wortes Musa ist (ähnlich erging es mir bei „Yojimbo, der Leibwächter“ allerdings hatten sie auf der DVD tatsächlich das Komma und nicht den Gedankenstrich). Aber egal…

„Musa – Der Krieger“ spielt im Jahr 1375 in China. Eine koreanische Gesandtschaft wird in der Hauptstadt Nanjing (Ming-Dynastie) der Spionage und des Mordes beschuldigt und deswegen in die Wüste abgeschoben. Zum Glück treffen sie hier auf ein kleines Dorf/ Ansammlung von Zelten und notdürftigen Hütten. In diesem Dorf trifft der General der Truppe die Entscheidung, nicht nach Korea zurückzukehren, sondern stattdessen eine chinesische Prinzessin aus der Gefangenschaft der Mongolen zu befreien, um so den Namen Koreas wieder reinwaschen zu können.

Ich muss ehrlich gestehen, meine Erwartungen an den Film waren ganz andere, was unter anderem auch daran lag, dass die Fernsehzeitung den Film damit beworben hatte, dass „Musa – Der Krieger“ ein Martial-Arts-Drama à la „Tiger and Dragon“ sei. Bis auf die Tatsache, dass wieder einmal Zhang Ziyi als liebliche Prinzessin mitspielt, ist dem aber nicht so (böse Fernsehzeitung!!!). Vor allem wird man bei „Musa“ schwebende Kämpfer vermissen, die sich durch Bambus-Haine jagen und wie Federn in der Luft schweben. In diesem Film wird auf der Erde gekämpft und dass immer wieder (die Koreaner werden die ganze Zeit von den Mongolen gejagt wie Vieh). In dem Sinne ist „Musa – Der Krieger“ eine ziemlich lange Verfolgungsjagd, bei der sich Schlachten immer wieder mit Bildern aus der koreanischen Gruppe abwechseln. Doch um keinen reinen Kriegsfilm zu drehen, gibt es auch Kleinkriege in der Gruppe: vor allem die Tatsache, dass die Prinzessin ein Auge auf den freigelassenen Sklaven Yeo-sol geworfen hat, macht dem jungen General schwer zu schaffen.

„Musa – Der Krieger“ ist ein gewaltiges Schlachten-Epos mit einem Ende, wie es Shakespeare gefallen hätte. Da ich mich aber auf etwas ganz anderes vorbereitet hatte, fehlte mir für die erste halbe Stunde etwas der Anschluss (was aber auch gut daran liegen kann, dass erst nach dieser halben Stunde die zahlreichen Gesichter etwas dezimiert werden und man sich endlich auf eine Gruppe allein konzentrieren kann).

Wer eher etwas in die Richtung „Tiger and Dragon“ sehen will, dem empfehle ich „Hero“ (2002) oder „Der Fluch der goldenen Blume“ (2006). Hier zeigt sich das Kino Chinas von seiner (farben-) prächtigsten Seite.

Wertung: 7 von 10 Punkten (großes Schlachtengetümmel mit Gefühl untermischt)

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