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Der ganz normale wahnsinnige Serienmörder

1. September 2009

Earl Brooks (Kevin Costner in einer wirklich hervorragenden Rolle) hat alles, was man sich nur wünschen kann: eine hübsche Frau und eine hübsche Tochter; ein florierendes Geschäft und genug Geld für einen kleinen Palast mit nettem Fuhrpark. Und dennoch hat „Mr. Brooks“ ein Problem: er ist süchtig. Nach Tod. Zusammen mit seinem Alter Ego Marshall (William Hurt) tötete er unter dem Pseudonym „Thumb-Print-Killer“. Zwei Jahre lang war er „trocken“, doch dann – eines Nachts – kann er seinem Bedürfnis nicht länger widerstehen und bringt erneut ein Pärchen um. Und damit beginnt ein extrem spannender Thriller.

Bei „Mr. Brooks“ ist die Hauptfigur (ähnlich wie bei der TV-Serie „Dexter“) ein Serienmörder, der (ebenso wie „Dexter“) nur dank seiner peniblen Kontrolle so lange unentdeckt geblieben ist. Nun aber ist er aufgeflogen: ein junger Fotograf hat ihn bei seinem letzten Mord abgelichtet und verlangt nun von „Mr. Brooks“ beim nächsten Mal dabei sein zu dürfen.

Der Film von Bruce Evans klingt auf diese Art nicht sonderlich aufregend, ist aber dennoch spannend, weil er nicht nur diesen Story-Strang verfolgt, sondern viele verschiedene miteinander verwebt: neben den Problemen, die durch den jungen Fotografen entstehen, ist auch eine Polizistin (Demi Moore) hinter ihm her. Die wiederum hat Probleme mit einem Ex-Ehemann und einem entflohenen Häftling, der sie töten will. „Mr. Brooks“ muss sich neben diesen Sachen außerdem noch um eine schwangere Tochter (die möglicherweise das gleiche Problem hat wie ihr Vater) und um Marshall kümmern, der dem braven „Mr. Brooks“ stark zusetzt und ihn zu mehr Morden anstiften will.

Anfangs war ich mir meiner Sache bei „Mr. Brooks“ nicht sicher. Aber je mehr die einzelnen Vorfälle in das Leben des „Mr. Brooks“ einfließen, desto gerissener wird der Film. Es macht Spaß, mit Brooks zusammen die nächsten Vorgänge zu planen. Man fiebert wunderbar mit diesem zwiespältigen Mann mit – hin und wieder kann man gewisse Sachen voraussagen. Leider (zum Glück) wird der Zuschauer dabei aber oft an der Nase herumgeführt und es kommt anders als man denkt.

Ich kann nicht wirklich sagen, wieso, aber ich fand die Idee des Alter Ego Marshall sehr gut umgesetzt. Man hört nicht nur einfach eine Stimme oder sieht hin und wieder mal eine verschwommene Figur – nein: Für „Mr. Brooks“ ist Marshall eine reale Figur, der immer neben ihm ist und mit ihm diskutiert, ihn aufmuntert oder beschimpft. Marshall ist mehr als nur die „dunkle Seite“ – er ist Brooks‘ bester Freund, mit dem er über alles reden kann. Zwar nur eine Manifestation von Brooks‘ Unterbewusstsein, aber dank William Hurts Darstellung eine verdammt gute.

„Mr. Brooks“ könnte manchen zu viele Wendungen beinhalten, ich aber finde, nur dank dieser Vielfalt bleibt der Film interessant (mit einem herrlich fiesen Ende). Ansonsten wäre „Mr. Brooks“ ein zu vorhersehbarer Film.

Wertung: 8 von 10 Punkten (gut gemachter, solider Psycho-Thriller)

3 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    23. Februar 2010 22:52

    Hab mir den Film gerade im Originalton angeguckt. Unterhaltsamer Film der einen mitfiebern lässt was als nächstes passiert. Ich glaub ich muss mir demnächst Dexter nochmal angucken ^^

    Grüße, Luzifel..

    • luzifel permalink
      23. Februar 2010 22:54

      PS: Würde auch 8 von 10 geben. Schauspielerisch gut auch wenn einige Figuren sehr blass wirken zwischen den Hauptfiguren, so etwa die Ehefrau und die Tochter. Auch Demi Moore flasht nicht so wirklich in ihrer Rolle, aber Marshall und Mr.Brooks rocken dafür gewaltig..

      • donpozuelo permalink*
        23. Februar 2010 23:59

        Danke… ich bin ja nur froh, dass meine Verlinkungen tatsächlich mal genutzt werden. 🙂

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