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Inselmörder

27. August 2009

Eine Hochzeitsgesellschaft feiert auf einer kleinen Insel namens „Harper’s Island“. Auf dieser Insel wurden vor 7 Jahren sechs Menschen durch den Mörder Wakefield niedergemetzelt und fein säuberlich an einem Baum aufgehängt. Nun, wo plötzlich die zahlreichen Hochzeitsgäste da sind, scheint das Morden von Neuem loszugehen.

„Harper’s Island“ ist Pro-Siebens neues Mystery-Baby. Aber ist es auch wirklich gut??? Von Vorteil finde ich, dass die Serie insgesamt nur 13 Folgen beinhaltet. In jeder Folge verschwindet oder stirbt ein weiteres Mitglied der Hochzeitsgesellschaft und prinzipiell könnte jeder von ihnen der Mörder sein. Das ist auch der große Selling-Point dieser Serie. Der Zuschauer kann fröhlich mit raten, werden doch immer wieder kleine Hinweise ausgestreut.

Einige Problem hatte ich mit den beiden ersten Folgen trotzdem: im Pilot wurde versucht, die komplette Riege an Figuren vorzustellen, was hin und wieder zu einigen Verwirrungen führt, zumal viele von denen eh nicht lange leben werden. Zweitens präsentiert uns „Harper’s Island“ Stereotypen pur:

Der Bräutigam ist ein armer Schlucker, der ein reiches Mädchen heiratet. Der Vater der Braut ist dagegen und versucht noch in den letzten Tagen, die Hochzeit zu verhindern. Dann haben wir etwaige blonde, vollbusige Püppchen als Kreisch-Vorlage. Wir haben die harten und die weichen Jungs. Außerdem gibt es da noch die Tochter des Sheriffs – ihre Mutter wurde vor Jahren von dem Mörder umgebracht und ihr Vater erschoss ihn später (angeblich). Natürlich finden wir auch ein kleines Mädchen, dass höchstwahrscheinlich Geister sieht (auf jeden Fall weiß sie von den Morden, ohne dass ihr jemand davon erzählt hat). Und so geht die Liste noch ewig weiter.

In Sachen Originalität bietet „Harper’s Island“ nichts Neues. Die Schockeffekte sind bekannt, die Figuren auch. „Harper’s Island“ ist Teenie-Schlitzer auf Serie gemacht – quasi ein Mini-„Scream“. Da ich allerdings kein großer Fan von „Scream“ war, wage ich zu bezweifeln, ob mich „Harper’s Island“ für die kommenden Folgen vor den Fernseher locken wird. Die ersten beiden Serien, die gestern gezeigt wurden, waren etwas langweilig, kaum spannend und eher TV-Mittelmaß. Dadurch dass die Serie so viele Klischees beinhaltet, ist auch schnell die Spannung weg. Vielleicht – und hier lehne ich mich jetzt mal weit aus dem Fenster – gelingt es den Machern (u.a. Jon Turteltaub – am besten bekannt durch „Das Vermächtnis der Tempelritter“), in den folgenden Folgen 😉 spannender zu werden. Allerdings bezweifle ich das…

Das einzige originelle an „Harper’s Island“ sind die englischen Original-Titel: „Whap“, „Crackle“, „Sploosh“ oder „Gurgle“ – jeder Titel steht für das Geräusch des Opfers der Folge. Witzige Idee, die aber 1) nicht ins Deutsche übernommen wurde und die 2) die Serie nicht wirklich retten kann.

Wer also nach „Grey’s Anatomy“ noch Zeit hat (wer kam bloß auf diesen Sendeplatz), der kann ja ab jetzt mittwochs (22.15) einschalten und mit raten. Wer was Besseres zu tun hat, sollte was besseres tun. Für alle, die dennoch mitreden wollen, ohne sich die Serie anzugucken, sollten sich einfach die englischen Wikipedia-Seiten durchlesen. Die Serie ist in den USA ja schon abgelaufen.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Scream in Serienlänge, wenig originell, wenig spannend – schade eigentlich)

2 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    31. August 2009 14:03

    Da kann ich nur zustimmen. Nach der Hälfte der ersten Folge habe ich meinen Laptop angeschaltet und nur noch so nebenbei aufgepasst, weil die Handlung mich einfach nur gelangweilt hat. Was genau sollte das denn darstellen? Ein Slasherfilm war’s sicher nicht, als Horror würde ich’s aber auch nicht bezeichnen – in fast jedem Film sterben Menschen; wenn’s gruselig sein soll, muss man sich da auch ein bisschen Mühe mit machen. Zurecht gefloppt (und ich wette, in Deutschland wird’s mit fetten Quoten auch nicht. Schon allein, weil das Lead-In doch eine komplett andere Zielgruppe hat).

    • donpozuelo permalink*
      3. September 2009 17:41

      ich muss ja zugeben, ich wollte der serie noch eine Chance geben und habe gestern noch einmal reingeguckt. allerdings konnte ich auch da keine besserung oder irgendeinen fortschritt an spannung oder sonstigem feststellen.

      da ich nun aber nicht wirklich überrascht war, habe ich die serie für mich abgeschrieben und habe mich dank Google bespoilern (komisches Wort) lassen.

      auf http://www.aceshowbiz.com/tv/harper_s_island/ gibt es einen sehr ausführlichen episodenguide, der einen durch alle episoden führt und alle rätsel innerhalb einer halben stunde aufzulösen vermag.

      dem guide zufolge könnten wohl noch ein paar spannende folgen kommen, im großen und ganzen bleibe ich aber bei meiner meinung zu der serie: nichts neues und eher lahm.

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