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Schwerwiegende Entscheidung

19. August 2009

Wieder mal ein Film mit einem Auftragskiller, der sich dazu entscheidet, doch ein „Good-Guy“ zu sein. Allerdings wird schnell enthüllt, dass unser Killer gar kein wirklicher Bösewicht ist. Er mordet nur wegen seiner Schulden. Als er dann aber einen Familienvater umbringen soll, steigt er aus. Und wird dafür bestraft, in dem sein ehemaliger Auftraggeber „Replacement Killers“ auf ihn ansetzt.

Antoine Fuquas Erstling „The Replacement Killers“ ist sehr kurzweilige Kost ohne großartige Story. Dafür ist es die erste Hollywood-Produktion in der Til Schweiger sein Debüt gibt – als stummer Ersatzkiller, der nach ein paar kurzen Szenen mit einem gekonnten Kopfschuss wieder von uns geht.

„Replacement Killers“ ist ein reiner Actionfilm mit Chow Yun-Fat, dem „City Wolf“, in der Hauptrolle (vielleicht anderen besser bekannt aus „ Hard Boiled“, „Tiger and Dragon“ oder „Fluch der Karibik 3“). Dieser Mann passt einfach in die Rolle des harten Killers – im ganzen Film verzieht der Mann zwei Mal sein Gesicht: anfangs, wenn er sich dazu entscheidet, sein letztes Opfer nicht zu töten, und am Ende, wenn er glücklich am Flughafen steht. Dazwischen erleben wir ein Gesicht aus Stein mit hart zusammengekniffenen Augen (ich frage mich nur, wie man das aushalten kann).

Wer „The Replacement Killers“ ohne die Credits sieht, würde wahrscheinlich auf die Idee kommen, einen John Woo-Film zu gucken. Nicht nur wegen Yun-Fat, sondern wegen dem, das Woo berühmt gemacht hat: ein wahrer Kugelhagel, der den kompletten Film bestimmt und die von ihm so heiß geliebten Slow-Motion-Aufnahmen (hier allerdings – und da weiß der Kenner dann, dass es nicht Woo ist – ohne die obligatorischen Tauben). Dass der Film ein reinstes Geballer ist, in dem die Story schon fast untergeht, ist nicht weiter schlimm, denn es macht Spaß, einfach mal abzuschalten und sich den gut choreographierten Fights hinzugeben. Allerdings sind die Zeitlupen immer so eine Sache: manchmal sieht es gut aus, zu oft verwendet wirkt es aber albern und stark übertrieben. Nur ein Beispiel: Die Ankunft der „Replacement Killer“ Til Schweiger und Danny Trejo – um die angebliche Coolness von langen, schwarzen Ledermänteln über schwarzer Klamotte mit finsterer Mine noch zu unterstreichen, laufen die beiden – aus mehreren Perspektiven gefilmt – ins Abenteuer, aber so langsam wie wir es nur aus „Baywatch“ kennen (wo es uns „männlichen“ Zuschauern“ schon eher zusagt, wenn es etwas langsamer geht 🙂 ). Die Zeitlupe hier zieht die ganze Szene unheimlich in die Länge, aber gut… Regieentscheidung und wir müssen damit leben.

Fuqua liefert aber einen guten Einstieg, der er dann durch „Training Day“ noch toppen kann. „The Replacement Killers“ ist leichte, aber gute Action-Kost – es wird zwar nichts Neues geboten, das Althergebrachte reicht aber in diesem Fall vollkommen aus.

Wertung: 8 von 10 Punkten (vorsichtig, hier regnet es ständig Bleikugeln)

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