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Totales Chaos

14. August 2009

Hollywood ist ja bekannt dafür, hin und wieder mal einen Film über sich selbst zu drehen. Ich denke da nur an „Barton Fink“ der Coen-Brothers, „The Player“ von Robert Altman oder „Wag The Dog“ von Barry Levinson.

Einen weiteren kleinen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik bietet uns nun erneut Levinson mit seinem Film „Inside Hollywood“ (OT: What Just Happened), in dem Robert DeNiro den gestressten Produzenten Ben spielt, der mit etlichen Problemen zu kämpfen hat: sein Regisseur will sein Filmende nicht verändern, sein bester Freund hat was mit seiner Ex-Frau Nr.2, Bruce Willis zerlegt ein Filmset, weil er seinen Rauschebart nicht abrasieren will.

„Inside Hollywood“ zeigt das arme, arme Leben reicher Leute, die ständig versuchen nicht noch ärmer zu werden. Dabei gelingt es Levinson hervorragend, Hollywood als kalte Geldmaschine bloß zu stellen – allerdings ist das für uns Kinogequälte, die zwischen „G.I. Joe“ und „Transformers“ schon ein bisschen genauer hingucken müssen, um vielleicht noch eine kleine Perle aus Hollywood zu finden, nichts Neues mehr.

Auch fehlt „Inside Hollywood“ der richtige Biss. Es soll eine Satire auf das Showgeschäft sein – richtig fiese Hiebe auf die Traumfabrik traut sich das Drehbuch dann aber doch nicht. Betrachtet man die ganze Story geht es im Endeffekt fast ausschließlich um Bruce Willis‘ Bart – und das fast 90 Minuten lang. Gut gemacht, Bruce. Wenigstens darfst du dann auch den bissigsten Kommentar zu Hollywood abliefern: „The movie business is a cruel and shallow money trench, where thieves and pimps run free and good men die like dogs.”

Der Film ist vollgepackt mit Stars: Neben DeNiro, Sean Penn und Bruce Willis (die sich selbst spielen dürfen) wartet noch eine ganze Menge von ihnen auf, aber auch sie können „Inside Hollywood“ nicht davor bewahren, etwas langweilig zu sein.

Da bleibe ich doch lieber bei Dustin Hoffman als Produzent in Levinsons herrlicher Satire „Wag The Dog“. Allerdings wünschte ich mehr Regisseure wie Jeremy Brunell, der sich im Film verzweifelt um das Ende seines Films bemüht. Zwar findet er einen Weg sich durchzusetzen, in Realität hätte der gute Mann aber wohl nie wieder einen Job in Hollywood. Trotzdem – Hut ab!!!

Wertung: 5 von 10 Punkten (teilweise sehr gut, streckenweise aber auch sehr langsam – da fehlt der Biss)

5 Kommentare leave one →
  1. 14. August 2009 09:45

    „Wag the dog“ gefällt mir auch sehr gut. Und über „Inside Hollywood“ bin ich auch in den letzten Tagen irgendwo gestolpert, mit Robert deNiro auf dem Cover. Es gibt kaum einen zweiten Schauspieler, mit dem ich so übersättigt wäre. Wobei er zweifelos gut ist.

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2009 12:56

      Mit DeNiro gebe ich dir Recht. Allerdings hat der Mann in letzter Zeit auch etwas nachgelassen. Die großen Rollen sind für ihn wohl auch dahin. Heute braucht man wohl kaum noch italo-amerikanischer Gangster-Darsteller. Die Zeit der Mafia-Filme ist nun auch schon ein wenig vorbei.

      Zwar hat DeNiro sich ja mit „Analyse This/ That“ und „Meet The Parents/ The Fockers“ auch von seiner komischen Seite gezeigt, aber das kommt bei „Inside Hollywood“ ja auch nicht so wirklich zum Tragen. Schade eigentlich. Man hätte ihn hier mehr von der Leine lassen müssen.

      • 14. August 2009 13:26

        Ich habe ja die Theorie, dass wenn Schauspieler anfangen ihr eigenes Image auf die Schippe zu nehmen (was ja durchaus einen Effekt hat), sie nie wieder glaubwürdig im alten funktionieren. Und Robert de Niro ist für mich da auch so ein Fall. The Fockers ist wirklich lustig, aber ein zweites Taxi Driver würde mit ihm heute auch nicht so funktionieren

        • donpozuelo permalink*
          14. August 2009 16:19

          Gute Theorie, wie ich finde. Den großen Fiesen von Damals steht der kleine Gute von Heute nicht.

Trackbacks

  1. Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt… « Going To The Movies

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