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Noch mehr seltsame Fälle für das FBI

12. August 2009

LOST-Erschaffer J.J. Abrams hat sich eine neue Serie ausgedacht, die nun auch in Deutschland ihr erstes Staffel-Finale feiern durfte: „Fringe“.

Ich muss ganz ehrlich sagen, meine Meinung zu dieser Serie ist nach wie vor sehr zwiespältig. Natürlich musste ich sie nach meiner großen Liebe zu „LOST“ einfach mal gucken, aber – wie schon gesagt – diese Liebe übertrug sich nicht vollständig auf „Fringe“.

„Fringe“ verfolgt die FBI-Agentin Olivia Dunham, die einer Einheit des FBIs zugeteilt wird, die sich damit beschäftigt, „The Pattern“ („Das Schema“) hinter bestimmten, mysteriösen Ereignissen zu finden. Zur Seite stehen ihr dabei zahlreiche Kollegen – allen voran Peter und sein Vater Dr. Walter Bishop – ein verrückter kleiner Professor, der lange Zeit in einer Anstalt verbrachte und nun wieder freigelassen wurde, um Olivia zu unterstützen.

Schon zu Beginn der Serie versprach Abrams, dass „Fringe“ nicht so sei wie „LOST“. Damit wollte er sagen, dass einzelne Folgen in sich abgeschlossen sind und man nicht wie bei seinem Sahnestück „LOST“ ständig mit aufpassen müsste. Für den Anfang funktionierte das auch halbwegs, aber schon bald offenbarte sich ein größeres Geheimnis in der Welt von „Fringe“: da war der mysteriöse Chef von Massive Dynamics, William Bell, der – genau wie Walter Bishop – immer in Verbindung mit den Ereignissen gebracht werden konnte, die Olivias Truppe gerade untersuchte. Dann kam noch ein Manifest dazu – „ZFT – Zerstörung durch Fortschritte der Technologie“. Die Mysterien häuften sich und schnell wurde klar, dass nicht in jeder Folge eine Lösung parat gestellt werden konnte.

Man kann nicht umhin, „Fringe“ mit „Akte X“ zu vergleichen. Dazu kommt natürlich auch, dass in Deutschland der Untertitel „Grenzfälle des FBI“ die gleiche Konnotation hervorruft wie „Die seltsamen Fälle des FBI“ (Untertitel von „Akte X“). Auch die Figurenkonstellation schien anfangs ähnlich – ein Agent und ein Arzt/Professor/Analytiker. Nur statt einer rationalen Scully und einem offenem Mulder werden diese Fronten in „Fringe“ sehr schnell geklärt. Olivia entscheidet sich relativ zügig, den wirren Ideen von Walter Bishop Glauben zu schenken.

Wobei wir bei meinem größten Problem mit „Fringe“ sind: die wirren Ideen waren mir oftmals zu wirr, zu abgedreht, zu unglaubwürdig und fantastisch. Während man bei „Akte X“ anfangs zumindest immer noch versuchte, halbwegs im Rahmen des „Möglichen“ zu bleiben, redet man bei „Fringe“ mit Toten, Technik ermöglicht Unmögliches und überhaupt waren viele der Ideen zwar interessant, aber auch aberwitzig.

Warum es dennoch ein wenig funktionierte, war Abrams Geschick dafür, Spannung aufrechtzuhalten. Das gelingt aber nur, wenn man eine große Rahmenhandlung hat – in diesem Fall „ZFT“ und William Bell. Allerdings hat sich Abrams nicht so viel bei „Akte X“ abgeschaut, um dies nur zeitweise einzubauen, sondern begann ab der Hälfte der Serie kontinuierlich Brocken und Hinweise auszustreuen. In der finalen Folge haben wir dann das erste Mal das Vergnügen, Bell selbst kennenzulernen (Trekkies aufgepasst, hier wäre was für euch!). Der Cliff-Hanger macht neugierig auf die zweite Staffel, aber bis dahin war es eine sehr durchwachsene Fahrt.

Im Großen und Ganzen muss ich ehrlich sagen: Wenn es die Figur des Walter Bishop nicht gegeben hätte, hätte ich wahrscheinlich schon lange vorher die „Fringe“-Gemeinschaft verlassen. Aber die Art und Weise, wie der angeblich Verrückte immer wieder für ein paar Lacher gut ist, hat mich gehalten. Noch…

Nun heißt es, abwarten. Allerdings nicht mit so heißer Begeisterung wie für „LOST“.

Wertung: 7 von 10 Punkten (spannende Serie, die aber teils zu fantastisch wirkt)

14 Kommentare leave one →
  1. 12. August 2009 12:03

    Obwohl ich nie ein großer Akte X Fan war, werde ich unbedingt in „Fringe“ reinschauen. Lost ist und bleibt aber wohl „one in a million“.

    • donpozuelo permalink*
      12. August 2009 13:48

      auf jeden fall. so was wie „LOST“ kommt so schnell nicht wieder.

      der einzige reiz an „Fringe“ zu anfang war, dass ich ein großer „Akte X“-Fan bin (zumindest bis staffel 7)

      • 12. August 2009 18:33

        Gerade gesehen. Bei Fringe spielt neben Leonard Nimoy auch Mark Valley mit, den ich in Boston Legal wirklich witzig fand. Wird bestellt, sobald erhältlich.

        • donpozuelo permalink*
          13. August 2009 06:53

          Jetzt hast du es ja schon verraten, wen Trekkies da so erwarten können…
          Freunde dich bei „Fringe“ nur nicht so lange mit Mark Valley an. Der überlebt den Pilot nicht und hat dann nur noch kleinere Auftritte (wie gesagt, wir reden hier ständig mit Toten bei „Fringe“).

        • 13. August 2009 11:28

          Ah der stirbt im Piloten? So langsam sollte man über eine Spoilerwarnung für den Kommentarbereich nachdenken 😉

        • donpozuelo permalink*
          13. August 2009 12:52

          Spoilerwarnung??? ich denk drüber nach.

  2. 28. Februar 2010 16:14

    Ich habe die erste Staffel nicht zu Ende geguckt, aber im Grunde bringst du meine Meinung zu Fringe gut auf den Punkt.
    Ich war ebenfalls ein großer Akte-X-Fan, und ich mochte dort eben auch diese „offenen Enden“, die manchmal doch viele Interpretationsmöglichkeiten zuließen. Bevor es dann für meinen Geschmack zu sehr in eine bestimmte Richtung ging und man sich fragte, was das eigentlich noch alles soll (nachdem das Haupträtsel sowieso gelöst war).

    BTW: Hieß es nicht „Die unheimlichen Fälle des FBI“? Ich hab da sowas im Kopf … 😉

  3. 4. September 2011 14:59

    Findest du nicht, dass du der serie etwas zu wenig Credit gibst 8 oder 9 wären doch schon drin gewesen oder? 😉

    • donpozuelo permalink*
      4. September 2011 21:37

      Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis jetzt nur die erste Staffel gesehen habe. Für mehr Fringe war bis jetzt irgendwie noch keine Zeit, aber ich bin zuversichtlich, dass ich die Serie auf 8 bis 9 erhöhen würde 😉

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