Zum Inhalt springen

Heftiger Hauskampf

11. August 2009

In den Jahren von 1455 bis 1485 bekämpften sich in England die Adelshäuser York und Lancaster um den englischen Thron. Da das Haus York eine weiße Rose und das Haus Lancaster eine rote Rose im Wappen hatte, nennt man diesen Kampf den Rosenkrieg. Durch die Heirat zwischen den Häusern entscheidet das Haus Lancaster den Kampf für sich und kann den Thron für sich in Anspruch nehmen.

1989 hat man sich diesem Stoff noch einmal in sehr abgewandelter Form angenommen. Hollywoods kleiner großer Mann Danny DeVito dreht da mit Michael Douglas und Kathleen Turner den Film „Der Rosenkrieg“. Auch hier geht es um Herrschaft – allerdings mehr um die Herrschaft über ein einziges Haus: Die Eheleute Oliver und Barbara Rose lernen sich auf romantischste Hollywood-Art kennen und lieben, bekommen Kinder und beziehen – nach Olivers großem Erfolg in seiner Kanzlei – ein riesiges Haus. Doch nach ein paar Jahren ist die Luft raus und Barbara will die Scheidung. Damit will Oliver sich nicht abfinden und es beginnt der etwas kleinere „Rosenkrieg“ um das Haus, in dem die beiden wohnen.

„Der Rosenkrieg“ ist beizeiten ein äußerst witziger Film, wenn es auch oft sehr schwarzer und gemeiner Humor ist. Er beginnt wie eine normale Romantikkomödie, aber dieses Blatt wendet sich sehr schnell und entwickelt sich in einen Kleinkrieg, in dem teurer Schnickschnack, aber auch Kleintiere dran glauben müssen.

Douglas und Turner bekämpfen sich mit allen Mitteln und gerade am Ende greift DeVito immer wieder auf Großaufnahmen der vor Wut glänzenden Augen zurück, die wirklich fast mehr schocken als die Taten. Der Hass in den Augen ist erschreckend, wenn man vom Beginn dieser „wundervollen Liebe“ ausgeht. Zum Teil wirkt das Spektakel etwas übertrieben. Allerdings habe ich noch nie einen Scheidungskampf führen müssen, wenn aber werde ich DeVitos wichtigste Regel befolgen: „Hundeliebhaber sollten Hundeliebhaber heiraten und Katzenliebhaber Katzenliebhaber.“

Vielleicht sollte dieser Film ja als Lehrfilm im Standesamt gezeigt werden. Immerhin scheint es, als wolle DeVito genau das, denn ganz zum Schluss fasst er den Film für den Zuschauer zusammen, indem er direkt in die Kamera spricht. Und tatsächlich lernen wir einiges aus diesem Film. Die wichtigste Lehre für uns Männer sollte dabei wohl sein: „Lass dich auf keine Kämpfe mit der Frau ein, die du mal geliebt hast. Es könnte mehr weh tun als gedacht.“ (es gibt da eine Szene kurz vorm Schluss, die das sehr, sehr [aua] deutlich macht). Daher findet dieser Film auch kein Happy-End.

Wertung: 6 von 10 (tief schwarz – der harte Absturz einer großen Liebe)

No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: