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Aus Bauern werden Roboter

9. August 2009

Wenn man mir einen heißen Tipp für einen richtig guten Film gibt, dann verfolge ich den natürlich. Wenn es sich dabei um einen Kurosawa-Film handelt, hat man mich mittlerweiler sowieso schon neugierig gemacht. Wenn es sich dann aber auch noch um den Film handelt, der George Lucas für „Star Wars“ inspiriert haben soll, dann ist dieser Film schon Pflichtprogramm. Und ich muss sagen, ich war sehr erstaunt, wie deutlich man die Einflüsse erkennt (an dieser Stelle schon mal eine Dankeschön an elbenno).

„Die Verborgene Festung“ von Kurosawa erzählt die Geschichte zweier Bauern, die in einem kriegsgebeutelten Land einem General dabei helfen, eine Ladung Gold (und eine Prinzessin – was die beiden aber nicht wissen) durchs Feindesland zu schmuggeln. Das Problem für den General (All-Time-Favorite Toshiro Mifune in einer etwas ernsteren Rolle) ist, dass der einzige Grund, warum die Bauern ihm überhaupt helfen, ihre Gier nach dem Gold ist. Und so muss er immer wieder seine eigenen Pläne über den Haufen werfen, um die „dummen“ Bauern und damit sein Gold (und die Prinzessin) zu retten.

Kurosawas Film ist – wie immer – eine echte Perle. Komisch und spannend zugleich, eine fesselnde Geschichte und umwerfende Charaktere. Dass einen dieser Film beeindruckt, steht fest. Dass dieser Film auch George Lucas beeindruckt hat, dafür muss man nicht einmal zu genau hinschauen:

–          Als erstes fallen einem die Überblenden auf. Genau wie bei „Star Wars“ zieht ein Bild zur Seite und macht Platz für das nächste – diese „frame wipes“ kennen wir alle aus Lucas‘ Film.

–          Die Bauern Tahei und Matakishi werden bei Lucas zu zwei Robotern, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Schon bei Kurosawa stehen die beiden in einer engen Beziehung zueinander, die hin und wieder schon mal eine richtige Hassliebe ist. Vor allem aber die Gier der beiden Bauern zeigt, wie sehr die Moral der Menschen durch materielle Gegenstände auf die Probe gestellt wird.

–          Teilweise übernimmt Lucas Szenen tatsächlich 1:1. So vor allem die Anfangsszene, in der Tahei und Matakishi einsam durch die Wüste stapfen und sich streiten, nur um sich aufgrund des Streites für kurze Zeit zu trennen (na, klingeln da ein paar Glocken???). Genau das gleiche Spiel wiederholt sich an vielen Stellen (auch das Ende – die beiden Bauern werden belohnt – erinnert stark an „Star Wars“ – fehlte nur noch der Wookie-Schrei am Ende)

–          Die Verfolger der kleinen Gruppe können mit den imperialen Truppen verglichen werden. Der Orden der Jedi könnte genauso gut auch ein Samurai-Orden sein. Prinzessin Yuki wird zu Prinzessin Leia. Ein wirklich Darth Vader hat „Die Verborgene Festung“ nicht, aber ein bisschen Eigenarbeit wollen wir dem guten Herrn Lucas ja auch nicht abstreiten.

–          Der Speer-Kampf des Generals zur Hälfte des Films ist sicherlich auch eine gute Quelle dafür gewesen, die Laserschwerter zu erfinden, um ähnliche Kämpfe im Weltall durchzuführen.

Ich will jetzt hier aber nicht weiter auf den Vergleichen zu „Star Wars“ rumreiten. Sie sind da, jeder kann sie sehen. In dieser Hinsicht hat Lucas Kurosawa ein sehr schönes Denkmal gesetzt. „Die Verborgene Festung“ ist ein grandioser Film eines grandiosen Regisseurs, der hier wieder einmal mehr beweist, dass er ein Händchen für spannende Geschichten hatte, die auch heute noch absolut sehenswert sind.

Wertung: 10 von 10 Punkten (da sind mir Kurosawas Bauern fast lieber als unsere beiden Roboter)

8 Kommentare leave one →
  1. 9. August 2009 15:27

    Wow, danke. Freut mich, dass du den Film aufgegriffen hast.

    • donpozuelo permalink*
      9. August 2009 19:36

      Wie schon gesagt, ich habe dir zu danken. Auf gute Vorschläge soll man ja auch hin und wieder mal hören 🙂 und der Film ist ja auch einfach nur der Hammer.

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