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Let’s Go To War

24. Juli 2009

„The Punisher“ – einige von euch mögen ihn kennen, einige von euch mögen ihn sogar mögen. Die Comic-Variante des fiesen Bestrafers läuft ja schon eine ganze Weile (das erste Mal tauchte der „gute“ Mann bei Spiderman auf und schaffte es, eine eigenen Serie zu bekommen), auch filmisch wurde ihm vor einigen Jahren bereits ein Film gewidmet, der aber nicht so wirklich funktioniert hatte – trotz John Travolta als Bösewicht.

Jetzt hat man es also noch einmal versucht – und ich kann nur sagen, dies ist ein Film, der dem Punisher mehr als nur würdig ist: „Punisher – Warzone“. Die Besetzungen sind weitgehend unbekannt, was schon einmal ein großes Plus ist. Der Punisher wird von einem stoischen Riesen Ray Stevenson gespielt. Seine Gegenspieler sind Billy, später nach einer Gesichtsbehandlung des Punishers nur noch liebevoll „Jigsaw“ genannt, und dessen Bruder Looney Bin Jim. Nachdem der Punisher in einer sehr eindrucksvollen und äußerst kompromisslosen ersten Szene einen Haufen Mafia-Männer erledigt, treffen oben genannte Parteien aufeinander und spielen ein wenig Krieg.

„The Punisher“ war schon immer eine sehr zwiespältige Figur: Ist er nun ein Held oder nicht??? Für viele ja, für viele nein. Der Film begibt sich da vorsichtig auf die Heldenseite und stellt Frank „The Punisher“ Castle als Retter in der Not dar, der nach einem Fehler seinerseits auf die Frau und das Kind seines unschuldigen Opfers aufpasst. Dennoch ist Castle kein sauberer Held – eiskalt und ohne Reue geht er gegen den Abschaum New Yorks vor. Dass „The Punisher“ nicht völlig grundlos tötet, wird (für alle die es noch nicht wissen) in kurzen Rückblicken aufgeklärt. Für einen winzigen Augenblick wirkt dann sogar die grobe Tötungsmaschine schon fast menschlich. Aber der Moment verfliegt, und Regisseurin Lexi Alexander (ja, eine Frau hat Regie geführt – und… Trommelwirbel: auch noch eine Deutsche) lässt den Mann mit dem Totenkopf wieder wild wüten. Und hier wird einiges gewütet. „Punisher – Warzone“ ist ein ziemlicher krasser und sehr harter Film. Die Action funktioniert zwar einwandfrei, aber der Film will mehr als nur das: wichtig sind auch etliche Liter Kunstblut, aufgeplatzte und abgeschossene Körperteile – will damit sagen, dieser Film ist wirklich nur für die Harten.

Und trotz der oft zu grafischen Darstellungen ist „Punisher – Warzone“ eine extrem gelungene Comic-Verfilmung. Der Film hält sich an die Comic-Vorlage (der neueren Generation – v.a. die Serie „Punisher Max“), ohne direkt zu übernehmen (so wie bei „300“ oder „Sin City“). Regisseurin  Alexander gibt dem „Punisher“ hier seinen eigenen Stempel und bleibt dennoch dem Comic treu.

Wertung: 8 von 10 Punkten (sehr gelungene Comicverfilmung – so kompromisslos, wenn auch weniger grafisch, hätte ich auch gerne „X-Men Origins: Wolverine gesehen – halt ohne Tiefenpsychologie)

P.S.: Momentan gibt’s nur die UK-Version, in Deutschland kommt das gute Stück wohl nicht einmal ins Kino, sondern ab Herbst auch nur auf DVD. Völlig unverdient… also, merken oder importieren.

5 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    24. Juli 2009 23:01

    Hört, hört! Das wohl! Ich hab den Film geliebt als das was er ist – ein harter Actionstreifen mit einem „Helden“ der wunderbar kompromislos ist.. Das habe ich auch an 96 Hours so gemocht!

    Grüße aus dem Wald von jemandem der erfreut ist nicht der einzige Mensch zu sein, der Punisher:Warzone cool findet..

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