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Armer Superheld!

15. Juli 2009

Was geht im normalen Leben eines Superhelden eigentlich wirklich ab? Mittlerweile gibt es zwei neuere Filme, die versuchen wollen, dieser Frage nachzugehen: zum einen gibt es die Action-Komödie „Hancock“ mit Will Smith (den ich noch nicht gesehen habe) und zum anderen gibt es da die japanische Antwort „Der Große Japaner“ von Hitosi Matumoto, um den es jetzt hier gehen soll.

Im Stile einer Reportage (der neue Begriff dafür ist „Mockumentary“ – toll, wie es für alles gleich immer einen zusammengewürfelten Namen gibt) erfahren wir, wer hinter dem Superhelden „Der Große Japaner“ steckt: nämlich ein ziemlicher Loser namens Daisato. Er ist geschieden, sieht seine kleine Tochter kaum, sein Großvater ist dement und in einem Pflegeheim, sein Vater auf Grund seines Größenwahns (im wahrsten Sinne des Wortes) gestorben. Die Menschen hassen Daisato, seine Managerin pflastert seinen Körper immer wieder neu mit Sponsoren-Aufklebern zu: das Leben eines Superhelden muss Einschaltquoten bringen, sonst ist es für die Katz.

Mit „Der Große Japaner“ beweisen die Japaner wieder einmal mehr, was für herrlich skurrile Filme sie drehen können. Daher ist „Der Große Japaner“ aber wohl auch nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Die „Dokumentation“ ist sehr schleppend, teilweise starren wir Daisato scheinbar stundenlang bei irgendwelchen Kleinigkeiten zu, die in jeder normalen Doku längst herausgeschnitten worden wären. Zwar gibt der Regisseur, der auch gleichzeitig Hauptdarsteller ist, eine ziemlich glaubhafte Darstellung seines stoischen, lakonischen Helden, aber leider überträgt sich die Langsamkeit der Figur auch auf den Film, wodurch dieser erhebliche Längen hat.

Einzig die verschiedenen Monster sind eine wirklich willkommene Abwechslung. Man hat sich hier sehr viel Mühe gegeben, verschiedene Merkwürdigkeiten aufzustellen: da ist das Stink-Monster, dass sich im Sommer mit einem anderem Monster paart und unserem Helden schlechte Schlagzeilen bringt oder das Springmonster, das ständig nur „Sei Sei“ ruft und dumm wie Stulle ist. Mein persönlicher Favorit war aber das „Böse-Blick-Monster“, das sein Auge an einer Stelle zwischen den Beinen an einem langen Etwas hängen hat und wild damit „herumwedelt“ (entschuldigt bitte diese Zweideutigkeiten, aber so ist es nun mal)!

Matumotos „Der Große Japaner“ ist eine nette Hommage an die alten japanischen Monsterfilme aus der Sicht eines armseligen Helden (der übrigens durch Stromstöße, die durch Klammern in seinen Nippeln in ihn rein gejagt werden, größer wird – vielleicht eine besondere Fantasie Matumotos). Der Film ist teilweise herrlich bissig und respektlos, aber teilweise auch zu trashig. Eigentlich finde ich es ein wenig schade, dass dieser Film gerade am Ende in ein absolutes „Sinnlos-Loch“ fällt, anstatt der ganzen Geschichte einen „vernünftigen“ Abschluss zu geben.

Wertung: 6 von 10 (ein paar sehr gute Einfälle, aber dann doch zu verwirrend und langatmig)

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