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Das (Blut-)Bad ist angerichtet!

6. Juli 2009

Julie Delpy nimmt sich geschichtlichem Stoff an und verfilmt mit „Die Gräfin“ das Leben der ungarischen Gräfin Erzsébet Báthory, die zu einer der schlimmsten Serienmörderin zählt. Die Gräfin (von Delpy selbst gespielt) verliebt sich in einen jungen Mann (Daniel Brühl), dessen Vater aber gegen die Beziehung ist. Die Gräfin jedoch geht davon aus, dass es wegen ihres Alters ist. Um gegen das Altern vorzugehen, verfällt sie dem Wahn, dass das Blut von Jungfrauen sie jünger werden lässt. Und so beginnt sie, Jungfrauen aus der Umgebung ihres Schlosses umzubringen, um an ihr Blut zu kommen.

Delpys Film hat Potential, nutzt es aber leider nicht aus. Delpy und Brühl spielen viel zu kühl (toller Reim, nicht wahr), die Liebesgeschichte zwischen den beiden kommt nicht wirklich rüber. Darunter leidet auch der Rest der Geschichte, denn es ist ja schließlich der Liebeskummer, der sie in den Wahn treibt. Vielleicht hätte Delpy etwas mehr Zeit auf die Liebesgeschichte verwenden sollen, anstatt das komplette Leben der Gräfin in 100 Minuten zu packen.

Natürlich hätte man bei diesem Stoff in viele Richtungen gehen können – Horror, Liebesfilm, Drama. Delpy versucht ein Biopic daraus zu machen: von der Geburt bis zum Tod. Dabei vergisst die Regisseurin leider, dass ein wenig mehr Tiefgang gerade der Figur der Gräfin mehr als nur gut getan hätte.

Ansonsten ist „Die Gräfin“ trotz einiger Längen ein grundsolider Historienfilm, der sich hauptsächlich mit der Eitelkeit des Menschen beschäftigt. Die Gräfin wirkt wie eine Magersüchtige, die sich nicht eingestehen will, dass sie krank ist.

Am Ende ihres Lebens kommt die Gräfin zum Schluss, dass Gott nicht existiert und liefert einen der schönsten Sätze – eines dieser Filmzitate, die man sich immer gut merken kann: „Weihwasser ist auch nur schmutziges Wasser.“

Wertung: 5 von 10 Punkten (gutes Potential, aber nicht wirklich genutzt)

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