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Die Auferstehung eines Helden

2. Juli 2009

Für viele Fans war er schon lange tot – zu sehr zu einer Witzfigur geworden, als das ihn noch jemand wirklich ernst genommen hätte. Die ersten Filme von Tim Burton waren noch wirklich gut, wenn sie auch eher durch Burtons Händchen für fantasievolle Gestalten und Umgebungen lebten (vor allem die Gegner waren absolut sehenswert und immer gut besetzt). Die Filme von Joel Schumacher versetzten dem Ganzen dann aber irgendwie den Todesstoß.

Und erst ein Christopher Nolan, der sich vor allem durch „Memento“ einen Namen gemacht hatte, schaffte eine Neuinterpretation des Stoffes. „Batman Begins“ war geboren und wir sahen es und es war gut.

Im Gegensatz zu „X-Men Origins: Wolverine“ funktioniert in „Batman Begins“ die tiefenpsychologische Analyse des Helden. Das liegt aber vor allem daran, dass es wichtiger für Batman ist, Rache zu üben, während wir Wolverine eigentlich nur als ironische Kampfmaschine kennen.

Die Abgründe seine Hauptfigur ergründet Nolan fast eine Stunde lang, bevor wir den Flattermann tatsächlich in Aktion sehen. Dafür ist es dann kein Burton-Batman mehr, sondern ein rachelüsterner Milliardär in einem Kostüm. „Batman Begins“ ist stark inspiriert von Frank Millers Arbeit an Batman-Mythos – und wenn wir etwas vom „Sin City“-Erfinder wissen, dann, dass er sich nicht in Nettigkeiten verliert, sondern seine Charaktere sehr scharfzüngig und brutal zeichnet.

Christian Bale gibt in Nolans Neuanfang den Batman/ Bruce Wayne. Und das macht er ganz gut – meiner Meinung nach liegt das aber eher daran, dass er sich einer Reihe guter Nebendarsteller bedienen darf: allen voran Michael Caine als Alfred (eine sehr gelungene Auswahl), Morgan Freeman, Gary Oldman und Liam Neeson. (Tom Cruises sientologisch verbratene Ehefrau sei hier nur am Rande erwähnt.)

„Batman Begins“ ist ein spannender Film mit guten Schauspielern, die zwar manchmal etwas alberne Sprüche von sich geben, aber das sei ihnen verziehen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (dieser Neubeginn hat sich gelohnt – immerhin durften wir es so noch miterleben, wie ein Heath Ledger sich mit der Rolle des Jokers im zweiten Teil unsterblich gemacht)

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