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An Offer You Can’t Refuse

6. Juni 2009

Der Pate aller Mafia-Filme ist… (Trommelwirbel): „The Godfather“ von Francis Ford Coppola. In insgesamt drei Filmen erzählt Coppola die Geschichte der Mafia-Familie Corleone.

„The Godfather“ erzählt vom Untergang des alten Don Vito Corleone und dem Aufstieg seines Sohnes Michael, der anfangs nichts mit den Geschäften seines Vaters und seiner Brüder zu tun haben will. Nach einem Attentatsversuch gegen seinen Vater sieht sich aber auch Michael gezwungen, in den Krieg gegen die anderen Familien einzusteigen.

„The Godfather: Part Two“ zeigt uns zwei parallele Geschichten: zum einen der Aufstieg des jungen Vito Corleone und zum anderen Michael als neuer Pate, der gegen Verschwörungen innerhalb und außerhalb seiner Familie zu kämpfen hat.

„The Godfather: Part Three“ eröffnet einer neuen Generation von Corleones den Weg nach oben. Michaels Neffe Vincent greift in die Geschäfte des inzwischen alten Paten, der eigentlich nur damit beschäftigt ist, seine Geschäfte legitim aussehen zu lassen, weswegen er eine Stiftung gründet (unter der Leitung seiner Tochter) und Geschäfte mit dem Vatikan macht.

Eines sei vorweg gesagt: Pflicht für alle Filmfans sind die ersten beiden Teile, der dritte Teil passt nicht mehr wirklich hundertprozentig in die Saga hinein (was vielleicht/ wahrscheinlich auch daran liegt, dass Coppola ihn nur gedreht hatte, weil er Geldprobleme hatte). „The Godfather“ („Der Pate“) ist einer der klassischen Mafia-Filme überhaupt, alle anderen Mafiafilme enthalten immer wieder Elemente, die wir aus dem „Paten“ kennen.

Teil Eins ist trotz seiner Länge (175 min) ein spannender Film, der sich Zeit lässt, alle Figuren und Situationen voll ausspielen zu lassen. Coppola konzentriert sich auch weniger darauf, dem Zuschauer zu zeigen, in welchen Bereichen die Mafia tätig ist, sondern fokussiert die Handlung auf die Familie selbst und die Probleme die innerhalb der Familie auftauchen: Rache, Intrigen, Angst, Liebe, Ehre, etc. Was wir aus dem Film und allen anderen lernen, ist: Das Leben der Mafiosi ist zwar aufregend, aber nur wenn man ein Klotz aus Stein ist, der keine Gefühle kennt. Nämlich nur dann hat die feindliche Partei keine Möglichkeit zu verletzen.

Diese Themen spielen auch in den Teilen Zwei und Drei die Hauptrolle. Es wird immer der Pate im Kreis seiner Familie gezeigt, die mehr oder weniger für die Geschäfte benutzt werden. Vor allem in Teil Zwei wird aber deutlich, was das für den Don bedeutet – denn hier ist es sein eigener Bruder, der in an die feindlichen Familien verkauft.

Wie wichtig die Familie für den Paten ist, zeigt sich unter anderem daran, dass jeder Film mit einem riesigen Familienfest beginnt, bei dem neben den Feierlichkeiten die Geschäfte des Paten abgehandelt werden. Diese Zusammenführung verdeutlicht, dass Mafia Familie bedeutet – der Pate tut dir einen Gefallen und irgendwann tust du dem Paten einen Gefallen. Wir sind alle eine große, böse liebe Familie.

Coppola vereint mit seinen drei Filmen drei Generationen von Corleones und auch drei Generationen von großartigen Schauspielern: Marlon Brando gibt den alten Don Vito, Al Pacino (mein persönlicher Leinwandgott) spielt Michael Corleone. Im zweiten Teil sehen wir Robert DeNiro als jungen Don Vito (Nummer Zwei meiner persönlichen Leinwandgötter, der für diese Rolle seinen verdienten Oscar bekommen hat). Teil Drei führt schließlich Andy Garcia ein, der Vincent Corleone spielt. Interessante Nebenbemerkung: In Teil Drei spielt Coppolas Tochter Sofia mit. Zum Glück für uns erhielt sie für ihre Rolle als Tochter des Don die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin und als schlechteste Nachwuchsdarstellerin. Daraufhin hängte sie ihre Schauspielkarriere an den Hacken und ging hinter die Kamera, um uns tolle Filme wie „The Virgin Suicides“ oder „Lost in Translation“ zu bieten. (Es reicht halt manchmal nicht, einfach nur ein hübsches Gesicht und einen bekannten Namen zu haben – oder vielleicht doch, ist halt Ansichtssache)

An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf verweisen, dass für mich die eigentliche Saga nur aus Teil Eins und Zwei besteht. Diese beiden Teile sind am intensivsten – sowohl von der Story als auch von den schauspielerischen Leistungen. Teil Drei, der zudem fast 20 Jahre nach dem ersten Teil in die Kinos kommt, bringt den „Paten“ zwar in eine neue Zeit, wirkt aber zu lang und abstrus. (Leider!)

Wertung:

„The Godfather: Part One“ und „The Godfather: Part Two“: 9 von 10 Punkten (eine mitreißende Familiensaga)

„The Godfather: Part Three“: 6 von 10 Punkten (solides Ende der Saga, aber der Film steht nicht mehr im Vergleich zu den ersten beiden)

25 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    7. Juni 2009 10:57

    Wow.. Krass – hab den ersten Film auf deinen Vorschlag hin tatsächlich mal angeschaut und muss feststellen, dass er wirklich brilliant ist und nicht zu unrecht als einer der besten Filme der Geschichte gilt.. 9 von 10 kann ich bestätigen.. ^^

  2. Sebastian Schuster permalink
    8. Juni 2009 21:06

    Habe die Filme an einem Tag geguckt. Der erste Film ist klasse. So wie man sich einen Mafia-Film vorstellt. Man hat das Gefühl, alles was man kennt, wurde dem Film entlehnt. Man taucht ein in deren Leben ohne auf die hecktische Bahn einer vorherbestimmten Story gestoßen zu werden. Jede Minute ist spannend ohne dass eine künstliche Spannung aufgebaut werden muss. Teil 2 und 3 sind zumindest in der Gesamtschau auch sehr gut und bleiben nur kurz hinter dem ersten zurück. Nehmt euch einen Tag Zeit. Ihr werdet es nicht bereuen.

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