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Wenn’s schief geht, dann aber richtig!

18. Mai 2009

Und wenn Probleme in Filmen auftauchen, dann haben sie meist zwei Gründe: Frauen oder Geld. Im Fall der beiden Brüder Andy (ein genialer Philip Seymour Hoffman) und Hank (so gut war Ethan Hawke noch nie – soweit ich weiß) liegt das Problem beim Geld. Andy klaut Geld von seiner Firma, um seine Frau und seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Hank muss den Unterhalt für seine Ex-Frau und seine Tochter aufbringen. Den einzigen Trost findet er, wenn er mit der Frau seines Bruders schläft. (Beweis durchgeführt: Frauen und Geld – gut, und auch Drogen sind ein Problem)

[Interessanterweise waren Andy und Hank in der ersten Fassung des Drehbuches nur Freunde, Lumet selbst schlug vor, sie zu Brüder zu machen, um die Dramatik zu steigern. Und das gelingt ihm perfekt.]

Um aus dieser Misere herauszukommen, fasst Andy einen Entschluss: das Juweliergeschäft der Eltern soll ausgeraubt werden – die Eltern sind versichert, die Brüder bekommen ihr Geld und keinem passiert was. Richtig? Falsch! (Sonst wäre es nicht einer der besten Thriller der letzten Jahre) Der Coup geht gehörig schief. Die Familie und vor allem die beiden Brüder zerbrechen. Und als wenn das nicht schlimm genug wäre, kommen noch einige andere Probleme auf die beiden zu.

Sidney Lumets „Tödliche Entscheidung“ ist ein grandioser Film – ein Thriller und ein Familiendrama zugleich. Wenn man den Film das erste Mal sieht, glaubt man gar nicht, dass der Regisseur ein über 80 Jahre alter Mann ist. Der Film ist unheimlich spannend und rasant, außerdem erzählt Lumet nicht chronologisch, sondern aus drei verschiedenen Perspektiven die Zeit vor, während und nach dem Überfall und beleuchtet neben den Hauptfiguren Andy und Hank auch das Handeln ihres Vaters.

Der Film hat sehr emotionale Momente, die vor allem durch die zerrüttenden Figuren getragen werden. Ethan Hawkes Charakter ist kurz vor dem Abgrund, während sein Bruder weiterhin versucht, die Oberhand zu behalten.

Wertung: 9 von 10 (einer der besten Filme der letzten Jahre mit dem klingendsten Titel überhaupt: „BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU’RE DEAD“. Ein irischer Trinkspruch, der wie folgt lautet: May your glass be ever full. May the roof over your head be always strong. And may you be in heaven half an hour before the devil knows you’re dead.)

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