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Robert Langdons Reiseführer durch Rom…

17. Mai 2009

Der Papst ist tot. Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, werden auch die vier für das Amt des Papstes bevorzugten Kardinäle entführt – und zwar von einem Feind der Kirche: den Illuminati. Diese haben außerdem einen Behälter mit Antimaterie gestohlen. Jede Stunde soll nun ein Kardinal ermordet werden, bis dann schließlich um Mitternacht der Antimaterie-Behälter den gesamten Vatikan vernichten soll. Neben der Schweizer Garde muss nun noch einer helfen, der sich mit alten Verschwörungen bestens auskennt: Robert Langdon (die einzige wiederkehrende Variante Tom Hanks mit einer besseren Frisur als noch in „Sakrileg“).

„Illuminati“ ist (für alle die es nicht wissen sollten) keine Fortsetzung von „Sakrileg“, sondern eigentlich der Vorgänger. Im Film selbst werden zwar ein paar Anmerkungen in Bezug auf den ersten Film gemacht, ansonsten ist es aber ein eigenständiger Film. Und dabei noch ein verdammt guter.

Langdons Jagd durch Rom ist eine Hetzjagd gegen die Zeit, bei der sie immer fünf Minuten vor ihrem Ultimatum anzukommen scheinen. Das Ganze ist absolut spannend aufgebaut – zusammen mit den Erklärungen zu den einzelnen Rätseln, die auf dem „Pfad der Erleuchtung“ warten lernt der wissbegierige Zuschauer sogar noch etwas über Rom und den Vatikan. Einzig und allein der Soundtrack ist für die Jagd durch Rom allzu reißerisch und epochal geraten.

Natürlich gibt es auch hier wieder das große Problem, dass der Film nicht so intensiv das Rätselraten um den nächsten Hinweis beleuchten kann, wie es im Buch geschieht. Aber das ist ja immer so bei Literaturverfilmungen. Aber wie schon bei „Sakrileg“ finde ich, dass auch diese Umsetzung des Dan Brown-Romans mehr als nur gelungen ist. Gut, vielleicht wirken manche Hinweise etwas zu vorschnell getroffen, aber dennoch ist es ein schneller, actionreicher Film mit einer guten Serienkiller-Story, die ein paar sehr gute Wendungen aufweist. Das Ende (für Leser: vor allem die Sache mit dem Hubschrauber) wurde leicht abgewandelt, um dramaturgisch besser zum Film zu passen. Das ist aber sogar besser, als die Lösung, die Dan Brown in seinem Buch verwendet  (immer noch auf den Hubschrauber bezogen).

Alles in allem ist „Illuminati“ sowohl für Leser des Romans als auch für Nicht-Leser ein empfehlenswerter Film, der sich dank der guten Story von so manchen Blockbuster-Einheitsbrei unterscheidet. Dazu kommt eine tolle Riege an Schauspielern und ein guter Reiseführer-Tipp für den nächsten Romurlaub in tollen Bildern.

Wertung: 8 von 10 Punkten (eine durchaus sehr gelungene und spannende Verarbeitung des Romans, die mir persönlich sogar ein wenig besser gefallen hat als der Vorgänger)

4 Kommentare leave one →
  1. 17. Mai 2009 16:33

    Bei den meisten Romanverfilmungen wird darum gebangt, ob der spezifische Zauber des Buchs erhalten bleibt oder gehofft, daß ihm gar neue Nuancen abgewonnen werden können. Das ist bei Dan Brown umgekehrt, wie die cinema bemerkt: “Ron Howard ist es lediglich gelungen, eine haarsträubende Story von ihren kuriosesten und blödsinnigsten Wendungen zu befreien.” Wie schon beim Vorgänger (bzw. Nachfolger) “Sakrileg / Da Vinci Code” kann der Film nichts an Browns mit durchsichtigen Geschichts- und Wissenschaftsfakes zugekleisterter Ahnungslosigkeit ändern.

    Es geht im Film wie schon im Buch nicht um die Illuminaten.

    http://www.classless.org/2009/05/17/illuminati-angels-demons/

  2. Sebastian Schuster permalink
    4. Juni 2009 08:18

    Ob Ron Howard bei der musikalischen Untermalung etwas zu sagen hatte weiß ich nicht; doch er hätte Hans Zimmer diesmal bremsen sollen. Der Papst der Filmmusik jedenfalls hat es geschafft, dramaturgisch langweilige dargestellte Szenen mit Musik anzureichern, die dem Bild und der Handlung in keinster Weise gerecht wird. Viel zu pompös, viel zu großspurig und dick aufgetragen wirkt die musikalische Untermalung. Dabei ist doch der eigentliche Film schon viel zu stark überzeichnet. Vielleicht wollte er damit die Szenen, deren pompöse Umsetzung nicht gelungen ist, etwa die „Schnell“fahrten durch Rom, stützen. Meines Erachtens ist der Film nur begrenzt gelungen und als solches zwar spannendes kommerzielles Popkornkino; aber mehr wohl auch nicht. nur 5 von 10 Punkte.

    PS: Mein Vorkommentator hat insofern Recht, als dass das Ende tatsächlich glaubwürdiger erscheint. Was die Fakes angeht; nun, auch ein solcher fiktionaler Roman ist wie kein anderer an die Wahrheit gebunden. Zudem wird ein solcher Anspruch nirgendwo erhoben!

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