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Citizen Dildo, die Zweite

15. Mai 2009

Wie versprochen habe ich mich daran gesetzt, dass Original zu „Vanilla Sky“ unter die Lupe zu nehmen: „Abre Los Ojos“ von Alejandro Amenábar, Regisseur von „The Others“ und „Das Meer in mir“.

„Abre Los Ojos“ erzählt die Geschichte von César, der sich in eine Frau namens Sofia verliebt, die er an seinem Geburtstag kennenlernt. Am nächsten Morgen trifft er auf seine eifersüchtige Freundin, die sich selbst und César umbringen will. Nur: César überlebt mit schweren Verletzungen, die sein Gesicht verunstaltet lassen.

Na??? Klingt vertraut, nicht wahr??? Nachdem ich „Vanilla Sky“ schon unzählige Male gesehen hatte, war „Abre Los Ojos“ nichts Neues mehr. Die Story ist komplett die Gleiche. Teilweise hat Cameron Crowe sogar die gleichen Einstellungen und Konstellationen verwendet wie das spanische Original. Und dennoch ist „Vanilla Sky“ kein bloßer Abklatsch.

Amenábars Film ist wesentlicher düsterer als das Remake. Die Frage, was Traum und was Realität ist wird auf etwas drastischere Weise geklärt. „Abre Los Ojos“ ist ein Darth Vader und sein Sohn ist ein guter Skywalker. Crowes Adaption des Stoffes zielt viel stärker darauf, eine ganz bestimmte Ikonographie des Traumes zu entwickeln. Das Unterbewusstsein wird in „Vanilla Sky“ wesentlich stärker betont und in malerischen Bildern umgesetzt. „Abre Los Ojos“ dagegen zeigt einfach nur einen absoluten Alptraum, aus dem man so schnell wie möglich wieder aufwachen will.

Welchen Film man im Endeffekt lieber mag, ist höchstwahrscheinlich Ansichtssache. Das spanische Original konzentriert sich eher auf César, die Hauptfigur. Das Remake aus den USA versucht die Liebesgeschichte noch intensiver in den Vordergrund zu stellen. Wer also einen spannend Thriller sehen will, schaut das Original. Wer lieber einen bunten, schönen Traum sehen will, sollte bei „Vanilla Sky“ bleiben.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ich bin zu sehr von „Vanilla Sky“ beeinflusst, um mich vollständig für das Original zu entscheiden – andererseits kann man Crowe nur gratulieren, dass er nicht nur ein Remake, sondern eine eigenständige Interpretation von „Abre Los Ojos“ geschaffen hat)

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