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Game Over

11. Mai 2009

Die Zukunft Japans sieht nicht rosig aus. Vor allem nicht für Japans Jugend. Aus Angst vor den Jugendlichen hat die Regierung das „Battle Royale“-Gesetz eingeführt. Und der gleichnamige Film zeigt uns auf ziemlich brutale Weise, wie dieses Gesetz durchgeführt wird. Auf einer verlassenen Insel wird eine Schulklasse ausgesetzt. Alle bekommen ein explodierendes Halsband um und eine Waffe (dabei kann es sich vom Kochtopfdeckel bis zur Maschinenpistole um alles Mögliche handeln). Einziges Ziel: alle haben drei Tage Zeit sich gegenseitig umzubringen. Wer als letztes lebt, hat gewonnen. Leben nach drei Tagen mehrere, explodieren die Halsbänder.

„Battle Royale“ ist wie ein wilder Manga – wildgewordene Mädchen in Schuluniformen, verrückte Typen, die nur zum Spaß am Töten beim Spiel mitmachen, ein Paar, dass sich gegenseitig stützt und ein einsamer, alter Lehrer, der das ganze Spiel kontrolliert. Der Film ist blutig bis zum Schluss – und gleichzeitig auch wahnsinnig spannend. Der Akte-X-Spruch „Trust No One“ passt zu diesem Film besser als alles andere. Hier gehen sich selbst die besten Freunde an die Gurgel in der Hoffnung, zwei Minuten länger zu überleben.

Der Film hat mich stark an Richard Bachmans „Todesmarsch“ erinnert, bei dem die Regierung mehrere hundert Männer durch ganz Amerika marschieren lässt, um einen Gewinner zu küren. Auch „Battle Royale“ zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft, in der die Erwachsenen Angst vor ihren eigenen Kindern haben und diese in blutigen Gladiatorenkämpfen gegeneinander kämpfen lassen. Zumindest wird das ganze nicht noch durch Fernsehkameras aufgezeichnet und gesendet. Nur der Gewinner des Spektakels taucht im Fernsehen auf. Was will uns das sagen??? Keine Ahnung – über Sinn und Unsinn dieses Films kann man bestimmt lange diskutieren:

Warum müssen die Kinder sich selbst umbringen? Es gibt sicherlich „sauberere“ Methoden, das durchzuführen. Aber – und da liegt wahrscheinlich der einzige Sinn drin – dann hätte man keinen spannenden Film gehabt, der zeigt, dass sich im Augenblick des Todes jeder selbst der nächste ist. Und vielleicht trifft auch Brechts Aussage diesen Film: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ Nur einer kleinen Gruppe der Schüler kommt es überhaupt in den Sinn, sich gegen das System aufzubäumen – alle anderen laufen wie geköpfte Hühner in der Gegend herum und vergessen die Terminologie Freund.

„Battle Royale“ ist ein trauriges Schauspiel, dass nur einmal mehr zeigt: auch wir sind nur Tiere.

Wertung: 9 von 10 Punkten (ein traurig-gruseliger Schocker, der so nur aus Japan kommen kann)

9 Kommentare leave one →
  1. 25. März 2012 18:37

    Bin ja erst jetzt durch die Kritiken zu Hunger Games auf den Film aufmerksam geworden und deine 9 Punkte bekräftigen mich nur nch ihn sehen zu wollen…hach japanische Splatterfilme..ah ja und „Ichi The Killer“ steht auch noch auf der Liste.

    • donpozuelo permalink*
      25. März 2012 20:38

      Von „Ichi the Killer“ habe ich bis jetzt immer nur Ausschnitte gesehen, ist aber harter Tobak! Aber „Battle Royale“ ist auch nicht ohne – kann man sich durchaus angucken!

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