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Jungbrunnen

7. April 2009

Wieder mal ein Aronofsky-Film: „The Fountain“. Ich bin zwar der Meinung, es ist unmöglich, sinnvoll über diesen Film zu schreiben, aber ich versuche es dennoch.

Worum geht’s? Bei dieser Frage fangen die Schwierigkeiten schon an: „The Fountain“ vereint drei verschiedene Zeitstränge und verfolgt einen Conquistador auf der Suche nach dem ewigen Leben für die spanische Königin (Vergangenheit); ein Arzt, der versucht, den Tumor seiner Frau zu heilen (Gegenwart) und ein merkwürdiger Raumfahrer, der in einer riesigen Kugel mit einem alten Baum durchs All fliegt (Zukunft).

Dabei vereint alle drei Episoden, dass es mehr oder weniger immer um das Gleiche geht: der verzweifelte Versuch, ewiges Leben zu erlangen. „Der Tod ist eine Krankheit“ versucht sich der Arzt in der Gegenwart einzureden und lernt erst durch den Tod seiner Frau und deren Weisheiten, dass der Tod ein Neuanfang sein kann. Hierbei stützt sich seine Frau auf die Maya-Legende von Xibalba – die Unterwelt der Mayas, die in einem sterbenden Stern plaziert wurde.

Was macht „The Fountain“ besonders? Neben der etwas (ich gebe es zu) wirren Story, die ich auch nach dem vierten Mal gucken immer noch nicht ganz durchschaue (wohlgemerkt – für mich kein Manko, ich entdecke immer wieder neue Sachen), ist „The Fountain“ vor allem ein visueller Augenschmaus mit grandioser Musik. Es gibt ständig wiederkehrende Elemente, die alle drei Zeitstränge miteinander verbinden und somit eine geschlossene Mythologie rund um die Suche nach dem ewigen Leben erschaffen. Vor allem der Baum des Lebens, den alle drei Männer (alles Hugh „Wolverine“ Jackman) suchen, taucht immer wieder auf und mit ihm die Frage, brauchen wir ihn überhaupt? Im Allgemeinen wirft „The Fountain“ neben aller romantischen Hintergründe für die Story sehr religiöse Fragen über das Leben und den Tod und das Leben danach auf.

Die oft gebrachten Vergleiche zu Kubricks „2001“ kann ich zwar an dieser Stelle nicht bestätigen, einige Übergänge erinnern aber dennoch an die Montage vom Altmeister. Die Bildgewaltigkeit teilen sich beide Filme genauso wie die vielen Fragen über die Story, aber „2001“ ist noch enigmatischer als „The Fountain“.

Alles in allem versteht man die gespaltenen Kritiken zu diesem Film. Entweder man lässt sich darauf ein oder nicht: Lässt man sich darauf ein, erwartet einen ein romantisches Sci-Fi-Historien-Drama mit tollen Bildern und toller Musik. Lässt man sich nicht drauf ein, bekommt man einen vielleicht nur für Esoteriker verständlichen Film, die nach einer missglückten Seance mal wieder bunte Bilder sehen wollen. Ich bin für ersteres, denn der Film verbirgt viel mehr, als er beim ersten Sehen offenbart.

Wertung: 8 von 10 Punkten (einfach nur schönes Kino)

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