Zum Inhalt springen

Rosebud

6. April 2009

Wer oder was ist Rosebud? Dieser Frage geht ein Journalist nach, um die schillerndste Persönlichkeit Amerikas nach seinem Tod besser darstellen zu können: Charles Foster Kane. Mit seinem letzten Wort löst Kane eine Odyssee durch sein Leben aus. Der Journalist befragt Menschen aus Kanes unmittelbarem Umwelt und erfährt so etwas über Kane.

„Citizen Kane“ ist der Film, der Orson Welles noch berühmter gemacht hat als seine „Krieg der Welten“-Radioshow. Welles spielt den egozentrischen Kane selbst, der außer sich selbst eigentlich nur noch seine Statuen zu lieben scheint, die er in seinem halbfertigen Schloss ansammelt. Frauen und Freunde hat er viele und auch wieder nicht – Welles‘ Kane ist ein reicher, aber einsamer Mann.

Bemerkenswert ist, dass Orson Welles selbst erst 24 Jahre alt war, als er sowohl vor als auch hinter der Kamera den „Citizen Kane“ schuf. Ein Film, der als Meilenstein gefeiert wird. Ein Film, den Cineasten gesehen haben sollten. 1998 bezeichnete das American Film Institute den Film sogar als größten Film aller Zeiten. (Allerdings sollte man sich dann „Casablanca“ ansehen und dann anschließend nochmal darüber reden – meine Meinung)

Wie oben bereits angedeutet, verwendet Welles Rückblenden, die dem Zuschauer (und dem Journalisten) das Leben von Kane vergegenwärtigen. Trotzdem bleibt die Kontinuität bestehen – die Rückblenden sind chronologisch angeordnet, um Kanes Weg zum Ruhm zu zeigen.

Interessant an diesem Film ist die optische Gestaltung: Welles‘ Kameramann verwendet eine Technik der Tiefenschärfe, wodurch das Bild immer gleich scharf ist (im Vordergrund, in der Bildmitte und im Hintergrund). Somit kann der Zuschauer sich jeden einzelnen Fleck des Bildes genau ansehen – und darauf baut Welles auch. Immer wieder erscheint Charles Kane als Reflektion in Fenstern oder als kleiner Junge in einem Fenster, während seine Zukunft entschieden wird.

„Citizen Kane“ ist ein spannendes Porträt und ein Krimi zugleich. Erst am Ende erfährt der Zuschauer (nicht aber der Journalist), wer oder was „Rosebud“ ist. Und was ist es nun? Ist es der verzweifelte Wunsch eines verzweifelten Mannes nach etwas Glück und Ruhe? Oder ist „Rosebud“ eine Rüge an alle Eltern, ihre Kinder selbst ihren Weg gehen zu lassen? Was „Rosebud“ auch sein mag (und die meisten werden es wissen – ob sie den Film nun gesehen haben oder nicht), der Weg zur Enthüllung ist ein äußerst aufregender und interessanter.

Wertung: 8+1 von 10 Punkten (der Kultstatus wird mit drauf gerechnet – unbedingt mal anschauen)

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: