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Nahostkonflikt

29. März 2009

An dieser Stelle zwei Dinge: Erstens, ich war nie ein großer Fan von Polit-Thrillern (mein größter Alptraum ist da immer noch „Syriana“), und zweitens, war ich auch noch nie ein großer Fan von Leonardo DiCapro. Ridley Scotts „Der Mann, der niemals lebte“ macht da endlich eine Ausnahme. Sowohl Leo als auch das Thema haben mir bei diesem Film sehr zugesagt.

Der Film erzählt die Geschichte des CIA-Agenten Roger Feris, der im Nahen Osten für seinen Chef Ed Hoffman (brillant von Russell Crowe als übergewichtiger Schreibtischhengst) den Kopf hinhalten muss. Um einen gefürchteten Terroristen zu jagen, verbündet sich Feris mit dem jordanischen Geheimdienst-Chef Hani, der aber genau so undurchsichtig wie höflich und gentlemen-like ist.

Vor allem die Figuren sind äußerst glaubwürdig. Für Freunde, die gerne einen „fies-guten“ Bösewicht sehen wollen, ist Mark Strong als Hani ein wahrer Augenschmaus, den man sowohl hassen als auch verehren muss. Sowohl Crowe als auch DiCaprio spielen überzeugend.

Die Handlung hat zwar ihre Längen, aber die verschiedenen Strategien der Geheimdienste sind (für mein Verständnis) absolut glaubwürdig. Während der CIA versucht, einen Unschuldigen in einen gefürchteten Terroristen zu verwandeln, um so an den eigentlichen Schurken heranzukommen, lernt der gute Roger Feris ziemlich schnell, was James Bond schon lange weiß: Spione sollten sich nicht verlieben, denn dann haben die Bösen schnell einen guten Angriffspunkt. Das muss Roger Feris aber erst noch lernen… armer Junge.

„Der Mann, der niemals lebte“ ist ein spannender, dreckiger Agententhriller, der sich quer durch den Nahen Osten schleicht und den Lügen der Geheimdienste folgt. Gleichzeitig aber wieder meine berühmte Frage: Warum denken sich deutsche Verleiher nur immer so blöde deutsche Titel aus, die nicht im Entferntesten mit dem Film in Einklang gebracht werden können.

Wertung: 8 von 10 Punkten (guter Agententhriller, der sich dem aktuell in Amerika sehr beliebtem Terrorismusthema annimmt und dabei dennoch sehr originell rüberkommt – Spannung ist garantiert)

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